
Artikel 1 von 2 – für Anwältinnen und Anwälte, die in Remote Settings (Videoverhandlung § 128a ZPO) verlässlich Wirkung erzeugen wollen.
Virtuelle Anhörungen sind kein „normaler Termin mit Kamera". Sie sind ein anderer Interaktionskanal – mit eigenen Wahrnehmungsfehlern, eigenen Statussignalen und eigenen Risiken für Glaubwürdigkeit, Rapport und Kontrolle.
Die zentrale (oft unterschätzte) Konsequenz: Die Qualität Ihrer Argumentation bleibt gleich – die Wahrscheinlichkeit, dass sie so ankommt, wie Sie es intendieren, ändert sich. Und diese Änderung ist technisch und psychologisch beeinflussbar.
Im Folgenden bekommen Sie eine praxisnahe, sofort umsetzbare Checkliste plus drei kurze „Überraschungs-Experimente", die Sie als Anwalt /Anwältin in 15 Minuten durchführen können – inklusive wissenschaftlicher Begründung.
Viele investieren in Licht, Hintergrund, Kamera. Der größte Bias entsteht jedoch häufig durch den Klang.
Eine Yale-Studie von 2025 zeigt: ein dünner, minderwertiger Mikrofonklang führt dazu, dass Sprecher systematisch als weniger kompetent/vertrauenswürdig beurteilt werden – bei inhaltlich identischer Botschaft.
Praxis-Implikation für Hearings/Befragungen durch Anwält
3-Minuten Fix (Minimalstandard)
2. Kamera-Winkel ist ein psychologisches Statussignal (Überraschung Nr. 2)
In Video-Settings wird Macht/Status nicht nur inhaltlich, sondern geometrisch codiert.
Praxis-Regel (einfach, robust)
5-Minuten Setup
3. Hintergrund ist kein Deko-Thema – er beeinflusst Trait-Judgements
Videohintergründe verändern Ersteindrücke (Kompetenz, Vertrauenswürdigkeit) deutlich und messbar.
Praxis-Standard für juristische Settings
Die 15-Minuten „Virtual Hearing Preflight"-Checkliste (sofort nutzbar)
Ideal für Teams von RechtsanwältInnen - (je 5 Minuten)
Experiment B: „Eye-Level Trust"
Wie ich Anwältinnen und Anwälte bei Virtual Hearings konkret unterstütze
Wollen Sie virtuelle Anhörungen/Befragungen als Rechtsanwälte professionell nutzen, geht es meist um drei Dinge:
Wenn Sie sich oder Ihre Kanzlei für Virtual Hearings auf den neuesten Stand bringen wollen, können Sie gerne einen meiner Workshops oder ein individuelles Business Coaching buchen:
Klaus Krebs: Trainings - Consulting - Coaching
Kolonnenstraße 27 10829 Berlin, Germany
www.klauskrebs.de
trainings@klauskrebs.de
Tel.: 0049 30-782 82 60
mobil: 0049 177-782 82 60
Virtual hearings are not simply "in-person hearings on camera." They are a distinct interaction channel with different perception biases, status cues, and credibility risks. Your legal reasoning may be unchanged, but the likelihood that it lands as intended is highly sensitive to controllable technical and psychological factors.
Three practical levers matter most. First, audio quality is often the strongest credibility signal: thin, "laptop-like" sound can reduce perceived competence and trustworthiness even when the message is identical. Second, camera angle functions as a status cue: an eye-level (or slightly above) setup tends to support trust and professionalism, while a low, upward-facing laptop angle commonly undermines it. Third, backgrounds shape rapid trait judgments: a calm, real, low-distraction environment typically outperforms busy scenes or unstable virtual backgrounds.
To operationalize this, the article provides a 15-minute "Virtual Hearing Preflight" checklist (audio, camera, light, background) and three fast team exercises that reliably create "aha" moments: compare laptop vs. external mic recordings, low-angle vs. eye-level framing, and busy vs. quiet backgrounds—each rated blind for trust and competence.
Next in the series: (2) remote questioning technique (latency, interruptions, control)
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